Allergikergeeignete Lebensmittel

allergiker

In Deutschland gab es aus gesetzlicher Sicht in den vergangenen Jahren für Lebensmittelallergiker deutliche Verbesserungen. Nichtsdestotrotz sind die derzeitigen Regelungen immer noch nicht optimal.

Zurzeit sind Lebensmittelhersteller verpflichtet, die 14 am häufigsten allergieauslösenden Stoffe in der Zutatenliste auszuzeichnen. Dies bedeutet, dass sich diese Stoffe nicht hinter allgemeinen Bezeichnungen wie „Gewürze“ oder „Aromen“ verstecken dürfen. Zu den 14 Stoffen, welche 90% aller Lebensmittelallergien auslösen, gehören beispielsweise Schalenfrüchte, Weichtiere, Krebstiere, Sellerie und Lupine.

Die Schwachstelle der derzeitigen gesetzlichen Regelung ist die Beschränkung auf verpackte Lebensmittel. Offene Lebensmittel wie Backwaren müssen zurzeit noch nicht entsprechend gekennzeichnet werden. Dies bedeutet eine deutliche Einschränkung für Lebensmittelallergiker. Am Ende des Jahres 2014 wird es aber auch hier eine verpflichtende Kennzeichnung geben.

Des Weiteren sind zahlreiche Produkte mit dem Hinweis „Kann Spuren von … enthalten.“ gekennzeichnet. Diese Kennzeichnung wird von Lebensmittelherstellen vorsichtshalber verwendet, falls Kontaminationen während des Produktionsprozesses auftreten können.Der Hinweis soll möglichen Schadenersatzforderungen vorbeugen, führt dabei aber zur Verunsicherung der Verbraucher sowie zur Einschränkung der bisher genutzten Produkte in Gastronomie und Gewerbe. Beispielsweise ist in regulären Supermärkten kaum mehr eine Tafel Schokolade erhältlich, auf der nicht „Kann Spuren von Haselnüssen enthalten“ vermerkt ist.

Was sollten allergikergeeignete Lebensmittel erfüllen?

Allergikergeeignete Lebensmittel sollten:

  • - nicht nur die Hauptallergene aufführen, sondern alle Inhaltsstoffe kennzeichnen
  • - in Produktionsanlagen hergestellt werden, in welchen eine Kontamination mit anderen Stoffen ausgeschlossen ist
  • - möglichst wenig Zusatzstoffe wie Konservierungs- und Farbstoffe enthalten
  • - keine Geschmacksverstärker wie Glutamat, Hefeextrakt oder Aromen besitzen
  • - nur eine geringe Konzentration von Histamin und Sulfit haben (im Gegensatz zu bspw. Käse und Rotwein)
  • - schadstofffrei sein
  • - aus möglichst wenig Inhaltsstoffen bestehen

Ein umfangreiches Sortiment von allergikergeeigneten Lebensmitteln bietet zum Beispiel das Einkaufsportal von Allergiefreiessen.de. Ein Unternehmen das zuletzt von der ECARF für seine Dienstleistungen für Allergiker ausgezeichnet wurde.

Hier können Sie als Kunde alle unverträglichen Inhaltsstoffe über ein intelligentes Filtersystem ausschließen und die passenden Produkte finden. Neben der Bestellung von Produkten für Lebensmittelallergiker finden sich auf der Seite zahlreiche Hinweise zum Thema als auch weiterführende Empfehlungen. Sollten Sie trotzdem unsicher sein, ob Sie etwas nicht essen dürfen, steht Ihnen das Personal per Mail und Telefon beratend zur Seite.

Nicht für Allergiker geeignete Nahrungsmittel

Lose verpackte Lebensmittel

Vorsicht ist geboten bei lose verpackten Lebensmitteln. Diese sind oftmals gar nicht und nur unzureichend deklariert. Eine weitere Problematik in diesem Bereich ist, dass Verkäufer in zahlreichen Fällen selbst nur unzureichend über die Inhaltsstoffe informiert sind (z.B. glutenhaltiges Getreide). Bei Lebensmitteln auf Wochenmärkten ist daher Vorsicht geboten.

Fast Food außerhalb der großen Ketten

Auch wenn große Fast Food-Ketten inzwischen dazu übergegangen sind, Inhaltsstoffe zu deklarieren, ist Fast Food / Take-away ein Risikofaktor. In zahlreichen kleineren Geschäften wie Dönerrestaurants sind die Zutaten der Speisen nicht auf Anhieb ersichtlich. Auch hier stellt sich unter Umständen das Problem, inwieweit das Verkaufspersonal auftretende Fragen kompetent beantworten kann.

Eigene Importe aus anderen Ländern

In anderen Ländern können die gesetzlichen Vorschriften zur Kennzeichnung von gegenüber denjenigen in Deutschland abweichen. „Weichere“ Vorschriften können hier ein potenziell höheres Risiko bedeuten. Daher sollten Lebensmittelallergiker bei selbst importierten Lebensmitteln aus anderen Ländern achtgeben. Selbiges gilt natürlich auch, wenn die Nahrungsmittel in anderen Ländern verzehrt werden. Gut gekennzeichnete Lebensmittel finden Sie allerdings in Italien, sowie in den skandinavischen Ländern.